Archiv für den Monat: Januar 2015

Vintage vs. Neo vs. Vintage

Es ist zum wahnsinnig werden. Ich kann mich einfach nicht entscheiden. Im gepflegten Halbjahres-Rhythmus ändere ich meinen Hauptsammelfokus. Das mag ja schön sein, denn zum einen hält es die Begeisterung frisch – allerdings habe ich jetzt schon das ein- oder andere Mal diverse Items gekauft, wieder verkauft, um sie danach erneut zu erwerben. In der Regel mit beträchtlichen Verlusten (teuer einkaufen, zum „Freundschaftspreis“ weiter veräußern und danach noch teuerer wieder besorgen).

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Die Geldbörse im Anschlag – doch der Blick verheißt nichts gutes.

Erst im November 2013 habe ich meine „strictly Vintage“-Einstellung über Bord geworfen und bin schwer bewaffnet zur Comic- und Figuren-Börse nach Ludwigshafen gezogen um dort meine Vintage-Schätze der stets hungrigen Sammlergemeinde zu überlassen. Man kennt sich, man versteht sich, die Preise sind im Keller. Wenn ich mir die verlangten Preise damals anschaue, wird mir immer noch ganz mulmig.

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Würde ich die Figuren heute zu den Preisen angeboten bekommen – ich würde sie ALLE kaufen.
Damals waren die Käufer zu Beginn der Börse allerdings eher zaghaft …

Dort habe ich großspurig verkündet ab sofort nur noch lose Neo-Figuren zu sammeln, weil die ja nicht so teuer sind und man sich öfter mal etwas neues leisten kann. Das war auch nicht wirklich gelogen, denn das habe ich im folgendem Jahr auch exzessiv so betrieben … nur um dann zum Ende des vergangenen Jahres hin auf den Trichter zu kommen, dass ich die meisten dieser Figuren überhaupt nicht brauche und ab sofort nur noch OT-basierte Figuren besitzen möchte. Also ging das Ausdünnen der Sammlung weiter.

Verschärft wurde das ganze noch dadurch, dass mir mein Herzblatt zu Weihnachten eine wirklich schmucke Vitrine geschenkt hat, damit ich dort „endlich“ meinen losen Vintage-Figurensatz präsentieren kann, der bis dahin lichtgeschützt in einem Karton sein Dasein fristete. Ab sofort hatte ich wieder Vintage-Blut geleckt und nun trauere ich meinen damals in Ludwigshafen verscherbelten Schätzen teilweise bitter hinterher.

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Das Darth Vader „blinking eyes“ Sales-Display übt seit jeher eine hypnotische Wirkung aus …

Ich tröste mich damit, dass ich ein paar Leckerlis damals behalten habe und es, wie Eingangs beschrieben, die Begeisterung und die Sammelleidenschaft frisch geblieben ist … also denn,
es geht weiter … happy hunting Ihr da draußen.

¡Ay, caramba!

Satte 53 Tage musste ich warten, bis es die Lily Ledy Chief Chirpa Cardback von Guadalajara bis Köln geschafft hatte. Klar, dass ich 52 Tage gewartet habe, bis ich den Verkäufer kontaktierte und auf die Verspätung aufmerksam gemacht habe. Noch nie habe ich so viel Geld in ein Stück Altpapier investiert, welches man in der Regel vor 30 Jahren achtlos in den Müll geworfen hat. Aber das Warten hat sich gelohnt. In leuchtenden Lettern prangt der Schriftzug „La Guerra de las Galaxias“ auf dieser mexikanischen Lily Ledy 30-back-Karte (volle Ansichten gibt es in der CHIEF-Sektion).
Jetzt brauche ich das Teil „nur noch“ MOC … oha!

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Early Bird Display Stand

This is Vintage! Dieses Teil habe ich wirklich lange gejagt. Meist war ich zu geizig … oft war der Zustand unter aller Kanone … dann wurde es immer teurer … ich musste es jetzt einfach haben: das Early Bird Display. Ein paar Auktionen habe ich verfolgt, um mir der aktuellen Preislage
bewußt zu werden und war nicht gerade erfreut. Da das Teil in good old Germany nicht ganz so oft zu bekommen ist, habe ich hauptsächlich über den großen Teich geschaut und bin dort auch fündig geworden. Got it!
Natürlich war ich mir bewußt, dass der im Auktionshaus erzielte Preis nicht das Ende der
Fahnenstange war. Hinzu kamen Porto, und – nach einem Besuch beim Zoll – natürlich noch MwSt. und Einfuhgebühr. Was ich allerdings zuvor nicht bedacht hatte … das Display musste ausgestattet werden. Dazu sollten aber nicht die Figuren aus meinem sogenannten „1. Satz“ herhalten, sondern ebenso diplaywürdige „Ersatzfiguren“. Da ich meine Vintage-Sammlung vor einigen Jahren ein wenig ausgedünnt hatte, konnte ich das Display zunächst lediglich mit ein paar entbehrlichen Variationen von Han Solo, Chewbacca, Darth Vader, C-3PO und einem Jawa bestücken. Der „Rest“ musste neu beschafft werden. Da ich einen relativ hübschen Komplettsatz der Vintage-Figuren habe, hatte ich mich in letzter Zeit mit dem aktuellen
Marktwert selbiger nicht weiter beschäftigt und musste wirklich hart schlucken, welche Kurse derzeit für schnöden Vintage-Mammon verlangt/geboten werden.

Ein paar Wochen später ist das „Projekt Early Bird Display Stand“ dann endgültig abgeschlossen (OK, ein etwas schönerer R2-D2 solid Dome dürfte es irgendwann noch sein) und kann endlich ordentlich „displayed“ werden. Puh!

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Notiz am Rande – gerade heute ist auf der deutschen Auktionspplattform ein ebensolches
Display für weniger als die Hälfte dessen, was sich bezahlt habe, weggegangen. Ein paar
Wochen zuvor sogar eines mit Mailer-Box zu einem vergleichbaren Kurs.